Kürzlich durften wir ein spannendes und inspirierendes Interview mit einer echten Business-Woman aus Südtirol führen – Sylvia Pichler.

Sylvia lebt in Bozen, ist Mama von zwei Töchtern und gründete 2005 ihr eigenes Label Zilla, das ein schillerndes Sortiment an besonderen Statement-Taschen umfasst. Wie sie von der Architektur zur Mode kam, Familien- und Berufsleben voneinander profitieren können und sie mit der Corona-Pandemie umgeht, erfahrt ihr hier.

Kürzlich durften wir ein spannendes und inspirierendes Interview mit einer echten Business-Woman aus Südtirol führen – Sylvia Pichler.

Sylvia lebt in Bozen, ist Mama von zwei Töchtern und gründete 2005 ihr eigenes Label Zilla, das ein schillerndes Sortiment an besonderen Statement-Taschen umfasst. Wie sie von der Architektur zur Mode kam, Familien- und Berufsleben voneinander profitieren können und sie mit der Corona-Pandemie umgeht, erfahrt ihr hier.

 

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Gerade in Zeiten wie diesen sind viele Menschen auf der Suche nach einem Anker. Ich finde, dass du mit deiner Geschichte genau so jemand bist – vor allrem als Mama von zwei Kindern. Aber erzähl uns einfach mal ein bisschen was über deinen Werdegang.

Nachdem mein Vater Architekt ist, war es eigentlich auch immer mein Plan, in seine Fußstapfen zu treten und selbst Architektin zu werden. Auf der anderen Seite hat mich aber auch schon immer die Mode interessiert. Damit beruflich etwas zu machen war aber damals für mich in etwa so, wie der Wunsch danach, Rockstar zu werden.
Aufgrund meines Wunsches, Architektin zu werden, am liebsten Innenarchitektin, ist auch mein Background technischer Natur. Ich habe damals in Wien mit meinem Architekturstudium begonnen, habe dann nach Innsbruck gewechselt und irgendwann angefangen, in meiner Freizeit Taschen zu nähen, die ich dann zum Teil auch auf der Uni verkauft habe. Und da ist mir bewusst geworden, dass für mich persönlich mein Zuhause kein Haus, sondern eine Handtasche ist.
Mit diesem Ansatz habe ich dann begonnen, Recherchen rund um das Thema Handtasche anzustellen, basierend auf Alter und Berufsgruppen. Und so wurde langsam aus einem Hobby eine Geschäftsidee – obwohl ich das damals noch gar nicht so gesehen habe.

Gab es in deinem Umfeld starken Gegenwind als du dich dem Thema Taschenerzeugung intensiver gewidmet hast als deinem Studium?

Ja, aber glücklicherweise nicht aus meiner Familie! Mein Vater hat mich total unterstützt und war guter Kunde (lacht). Es war viel mehr der Gegenwind von außen und die Frage danach, warum ich nicht in den Familienbetrieb einsteige und dort die Nachfolge antrete. Die Art und Weise, wie mein Tun hinterfragt wurde, war zwar nicht fein, hat mich aber im Endeffekt nur noch mehr dazu angespornt, mein Ding zu machen.

Ich bekomme viele Nachrichten von Menschen, die sich nicht trauen, neue Wege zu gehen. Meine Einstellung dazu ist, dass man eigentlich nicht verlieren, sondern nur gewinnen kann, wenn man Neues probiert – und wenn es nur Erfahrungen sind. Hast du einen Rat für diese Menschen?

Ich denke, dass man einfach den richtigen Drive und die richtige Einstellung braucht, um das zu tun, was man tun möchte. Sonst hat das alles wenig Sinn. Jeder Beruf ist schwierig und es fällt kein Meister vom Himmel. Und nur durch das Tun wird man auch immer besser. Ich bin zum Beispiel in meinem Taschen-Business viel besser als ich es als Architektin jemals hätte sein können. Ein Tipp von mir wäre vielleicht, immer auf sein Bauchgefühl zu hören!
Der Grund, warum ich mich für meine Taschen und gegen die Architektur entschieden habe, ist vielleicht ein ganz anschauliches Beispiel: Wenn man das tut, wofür man eine tiefe Leidenschaft verspürt, hat man die Möglichkeit, seine ganz eigene Welt zu zeigen. In der Architektur muss man sich Kompromissen anpassen und diese in ein baubares Objekt umwandeln. Bei meinen Taschen treffe ich alle Entscheidungen und gehe keine Kompromisse ein.
Aber klar, die erste Frage, wenn man sich selbstständig macht, ist immer die, wie man ökonomisch über die Runden kommen will, wenn doch noch nichts steht. Dazu kann ich nur sagen, dass man gerade am Anfang wirklich viel arbeiten und alles selbst machen muss. Nachdem man in dieser Phase aber auch nichts, oder nur sehr wenig, outsourcen kann, halten sich die Kosten im Großen und Ganzen auch in Grenzen.

Gerade in Zeiten wie diesen sind viele Menschen auf der Suche nach einem Anker. Ich finde, dass du mit deiner Geschichte genau so jemand bist – vor allrem als Mama von zwei Kindern. Aber erzähl uns einfach mal ein bisschen was über deinen Werdegang.

Nachdem mein Vater Architekt ist, war es eigentlich auch immer mein Plan, in seine Fußstapfen zu treten und selbst Architektin zu werden. Auf der anderen Seite hat mich aber auch schon immer die Mode interessiert. Damit beruflich etwas zu machen war aber damals für mich in etwa so, wie der Wunsch danach, Rockstar zu werden.
Aufgrund meines Wunsches, Architektin zu werden, am liebsten Innenarchitektin, ist auch mein Background technischer Natur. Ich habe damals in Wien mit meinem Architekturstudium begonnen, habe dann nach Innsbruck gewechselt und irgendwann angefangen, in meiner Freizeit Taschen zu nähen, die ich dann zum Teil auch auf der Uni verkauft habe. Und da ist mir bewusst geworden, dass für mich persönlich mein Zuhause kein Haus, sondern eine Handtasche ist.
Mit diesem Ansatz habe ich dann begonnen, Recherchen rund um das Thema Handtasche anzustellen, basierend auf Alter und Berufsgruppen. Und so wurde langsam aus einem Hobby eine Geschäftsidee – obwohl ich das damals noch gar nicht so gesehen habe.

Gab es in deinem Umfeld starken Gegenwind als du dich dem Thema Taschenerzeugung intensiver gewidmet hast als deinem Studium?

Ja, aber glücklicherweise nicht aus meiner Familie! Mein Vater hat mich total unterstützt und war guter Kunde (lacht). Es war viel mehr der Gegenwind von außen und die Frage danach, warum ich nicht in den Familienbetrieb einsteige und dort die Nachfolge antrete. Die Art und Weise, wie mein Tun hinterfragt wurde, war zwar nicht fein, hat mich aber im Endeffekt nur noch mehr dazu angespornt, mein Ding zu machen.

Ich bekomme viele Nachrichten von Menschen, die sich nicht trauen, neue Wege zu gehen. Meine Einstellung dazu ist, dass man eigentlich nicht verlieren, sondern nur gewinnen kann, wenn man Neues probiert – und wenn es nur Erfahrungen sind. Hast du einen Rat für diese Menschen?

Ich denke, dass man einfach den richtigen Drive und die richtige Einstellung braucht, um das zu tun, was man tun möchte. Sonst hat das alles wenig Sinn. Jeder Beruf ist schwierig und es fällt kein Meister vom Himmel. Und nur durch das Tun wird man auch immer besser. Ich bin zum Beispiel in meinem Taschen-Business viel besser als ich es als Architektin jemals hätte sein können. Ein Tipp von mir wäre vielleicht, immer auf sein Bauchgefühl zu hören!
Der Grund, warum ich mich für meine Taschen und gegen die Architektur entschieden habe, ist vielleicht ein ganz anschauliches Beispiel: Wenn man das tut, wofür man eine tiefe Leidenschaft verspürt, hat man die Möglichkeit, seine ganz eigene Welt zu zeigen. In der Architektur muss man sich Kompromissen anpassen und diese in ein baubares Objekt umwandeln. Bei meinen Taschen treffe ich alle Entscheidungen und gehe keine Kompromisse ein.
Aber klar, die erste Frage, wenn man sich selbstständig macht, ist immer die, wie man ökonomisch über die Runden kommen will, wenn doch noch nichts steht. Dazu kann ich nur sagen, dass man gerade am Anfang wirklich viel arbeiten und alles selbst machen muss. Nachdem man in dieser Phase aber auch nichts, oder nur sehr wenig, outsourcen kann, halten sich die Kosten im Großen und Ganzen auch in Grenzen.

Du hast 2005 dein Label Zilla gegründet. Wann hast du festgestellt, dass es ernst wird?

Ein Freund von mir, der Hutmacher ist, hat mich damals darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch auf der Pitti Uomo ausstellen solle, da er damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Das habe ich dann auch gemacht und es war sozusagen der große Beginn für mein Unternehmen.
Kurz danach fragte ein Geschäft aus Brescia bei mir an, da sie meine Taschen dort verkaufen wollten. In dem Laden gehen normalerweise Luxuslabels wie Helmut Lang oder Margiela über den Tresen. Da wusste ich, dass es jetzt so richtig losgeht!

Woher kommt der Name deines Labels?

Eigentlich aus meiner Kindheit. Die Nachbarin meines Vaters hieß Cecilia, wurde aber immer Zilla genannt. Sie war eine wirklich lustige Person und ich habe sie als Kind immer imitiert. Irgendwann hat mich dann meine ganze Familie nur noch Zilla genannt und so lag es auf der Hand, dass auch mein eigenes Label diesen Namen haben wird.

Im Zuge meiner Recherche über dein Label und dich, ist mir immer wieder das Wort Upcycling untergekommen. Ist dein Label nachhaltig?

Das ist ein bisschen komplexer zu beantworten. Heutzutage muss gefühlt alles nachhaltig sein. Ich würde sagen, dass meine Arbeit in einem anderen Sinn nachhaltig ist. Ich arbeite seit 13 Jahren mit derselben Produktion in Padova, wo die Angestellten regelmäßig ihren Lohn bekommen und nicht ausgebeutet werden.
Meine Materialien beziehe ich ausschließlich aus Italien, Deutschland und der Schweiz aus kleinen Betrieben, wo alles auf ehrliche Weise verarbeitet wird und aus der jeweiligen Region kommt. Authentizität ist mir dabei sehr wichtig und für mich durchaus nachhaltig.
Für meine nächste Kollektion plane ich aber zum ersten Mal Kork ein.
Für mich persönlich ist das Thema Nachhaltig im Allgemeinen aber sehr schwierig. Nicht alles, was als nachhaltig deklariert wird, ist am Ende nämlich auch. Meiner Meinung nach muss man da beider Kommunikation nach außen extrem vorsichtig sein! Ich bin transparent in dem, was ich tue und anbiete und damit wahrscheinlich auch viel nachhaltiger als Firmen, die ihre Ware als nachhaltig deklarieren, dieser Aspekt für Konsumentinnen aber eigentlich gar nicht nachvollziehbar ist.

Für mich klingt das sehr vergleichbar mit der Thematik Authentizität auf Instagram. Jeder behauptet, es zu sein, im Real Life schaut das dann aber oft ganz anders aus. Aber kommen wir auf die von dir verwendeten Materialien zurück. Wie kommst du beispielsweise auf das Material Kork?

Ich bin ein extrem haptischer Mensch. Mir ist es wichtig, wie sich ein Material, in meinem Fall eine Tasche, anfühlt. Mich zieht alles magisch an, was glitzert, glänzt oder schimmert. Ich habe einen richtigen Metall-Fimmel. Kork passt da im ersten Moment nicht dazu. Während dem 1. Lockdown, als wir alle eingesperrt waren, war aber einfach spürbar, dass das Thema Natur immer wichtiger für die Menschen wird und dass in unserem Alltag kein Platz mehr für Naturphänomene ist. So kam ich auf die Idee, Kork in meine Frühjahr-Sommer 21 Kollektion miteinfließen zu lassen.

Du hast kurz angeschnitten, dass du seit 13 Jahren mit derselben Produktion arbeitest. Wo genau ist die?

Zwischen Venedig und Padova. Der Produktionschef und ich haben aber ein sehr eigenes Verhältnis zueinander, da wir uns bis heute siezen. Aber genau die Tatsache, dass unser Umgang miteinander so schräg ist, finde ich irgendwie super (lacht).

Du hast 2005 dein Label Zilla gegründet. Wann hast du festgestellt, dass es ernst wird?

Ein Freund von mir, der Hutmacher ist, hat mich damals darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch auf der Pitti Uomo ausstellen solle, da er damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Das habe ich dann auch gemacht und es war sozusagen der große Beginn für mein Unternehmen.
Kurz danach fragte ein Geschäft aus Brescia bei mir an, da sie meine Taschen dort verkaufen wollten. In dem Laden gehen normalerweise Luxuslabels wie Helmut Lang oder Margiela über den Tresen. Da wusste ich, dass es jetzt so richtig losgeht!

Woher kommt der Name deines Labels?

Eigentlich aus meiner Kindheit. Die Nachbarin meines Vaters hieß Cecilia, wurde aber immer Zilla genannt. Sie war eine wirklich lustige Person und ich habe sie als Kind immer imitiert. Irgendwann hat mich dann meine ganze Familie nur noch Zilla genannt und so lag es auf der Hand, dass auch mein eigenes Label diesen Namen haben wird.

Im Zuge meiner Recherche über dein Label und dich, ist mir immer wieder das Wort Upcycling untergekommen. Ist dein Label nachhaltig?

Das ist ein bisschen komplexer zu beantworten. Heutzutage muss gefühlt alles nachhaltig sein. Ich würde sagen, dass meine Arbeit in einem anderen Sinn nachhaltig ist. Ich arbeite seit 13 Jahren mit derselben Produktion in Padova, wo die Angestellten regelmäßig ihren Lohn bekommen und nicht ausgebeutet werden.
Meine Materialien beziehe ich ausschließlich aus Italien, Deutschland und der Schweiz aus kleinen Betrieben, wo alles auf ehrliche Weise verarbeitet wird und aus der jeweiligen Region kommt. Authentizität ist mir dabei sehr wichtig und für mich durchaus nachhaltig.
Für meine nächste Kollektion plane ich aber zum ersten Mal Kork ein.
Für mich persönlich ist das Thema Nachhaltig im Allgemeinen aber sehr schwierig. Nicht alles, was als nachhaltig deklariert wird, ist am Ende nämlich auch. Meiner Meinung nach muss man da beider Kommunikation nach außen extrem vorsichtig sein! Ich bin transparent in dem, was ich tue und anbiete und damit wahrscheinlich auch viel nachhaltiger als Firmen, die ihre Ware als nachhaltig deklarieren, dieser Aspekt für Konsumentinnen aber eigentlich gar nicht nachvollziehbar ist.

Für mich klingt das sehr vergleichbar mit der Thematik Authentizität auf Instagram. Jeder behauptet, es zu sein, im Real Life schaut das dann aber oft ganz anders aus. Aber kommen wir auf die von dir verwendeten Materialien zurück. Wie kommst du beispielsweise auf das Material Kork?

Ich bin ein extrem haptischer Mensch. Mir ist es wichtig, wie sich ein Material, in meinem Fall eine Tasche, anfühlt. Mich zieht alles magisch an, was glitzert, glänzt oder schimmert. Ich habe einen richtigen Metall-Fimmel. Kork passt da im ersten Moment nicht dazu. Während dem 1. Lockdown, als wir alle eingesperrt waren, war aber einfach spürbar, dass das Thema Natur immer wichtiger für die Menschen wird und dass in unserem Alltag kein Platz mehr für Naturphänomene ist. So kam ich auf die Idee, Kork in meine Frühjahr-Sommer 21 Kollektion miteinfließen zu lassen.

Du hast kurz angeschnitten, dass du seit 13 Jahren mit derselben Produktion arbeitest. Wo genau ist die?

Zwischen Venedig und Padova. Der Produktionschef und ich haben aber ein sehr eigenes Verhältnis zueinander, da wir uns bis heute siezen. Aber genau die Tatsache, dass unser Umgang miteinander so schräg ist, finde ich irgendwie super (lacht).

Um den Ablauf deiner Arbeit besser zu verstehen: ist es so, dass du, von der Recherche über den Entwurf bis hin zum fertigen Stück, alles vorgibst und das dann in der Produktion umgesetzt wird?

Design und Produktentwicklung sind komplett mein Part. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich aber eine Assistentin gesucht, mit der ich immer gemeinsam auf die Messen gefahren bin. Der Rest wird ausgelagert und findet in der Produktion statt. Aber auch meine Kinder waren mit mir auf den Messen und im Büro – sie sind damit aufgewachsen.

Das Thema Kinder ist auch oft in meiner Community omnipräsent im Hinblick auf Karriere und Selbstständigkeit. Im Allgemeinen hat es immer ein bisschen den Beigeschmack, als würden sich Familie und Beruf gegenseitig ausschließen…

Meine Mitarbeiterin, die auch Kinder hat, und ich sprechen oft darüber und sind davon überzeugt, dass man gerade mit Kindern lernt, sehr effizient zu arbeiten. Natürlich habe ich ein durchgetaktetes Leben, weil ich als Mutter logischerweise so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen möchte. Ich habe aber gerade dadurch, dass ich Mutter und selbstständig berufstätig bin, unheimlich viel gelernt. Beispielsweise müssen Entscheidungen schnell getroffen werden, statt zwei Stunden darüber nachzudenken. Die Angst davor, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist meiner Erfahrung nach absolut unbegründet. Im Gegenteil – sie animiert nur dazu, noch besser zu werden.

Zurück zu deinen Taschen. Wie viele Teile umfasst eine Kollektion im Schnitt? Und wie lange dauert es in etwa, eine Kollektion zu entwickeln?

In meinem Fall umfasst eine Kollektion ungefähr 25-30 verschiedene Modelle, die dann noch in unterschiedliche Farbnuancen und Materialien unterteilt werden. (lacht)
Die Dauer einer Kollektion zeitlich in Worte zu fassen, kann ich allerdings nicht. Meine Designs entstehen mehr oder weniger im Alltag, also zum Beispiel beim Autofahren oder beim Spazierengehen. Und sie sind nicht ständig alle neu, sondern manchmal auch einfach nur neu interpretiert.

Wenn du an die letzten 15 Jahre, seit du gegründet hast, zurückdenkst: gibt es da irgendeinen ganz besonderen, speziellen Moment, der dir ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Die Architektin Zaha Hadid hat eine meiner Taschen gekauft, als sie damals noch im MAK in Wien verkauft wurden. Das war schon eine besondere Ehre für mich und ein Moment, den ich nicht vergessen werde.

Gab es auch einen speziellen Store, von dem du dir nie gedacht hättest, dass das Einkaufsteam bei dir anläuten wird, um deine Taschen zu listen?

Das passiert immer mal wieder mal. Jetzt erst im Lockdown hat aber ein mega cooler Laden aus Australien, der zu einem der weltweit führenden Luxus Modehändler zählt, angefragt. Darüber habe ich mich unheimlich gefreut! Australien ist ja doch nicht um die Ecke und wenn es die eigene Arbeit dann auf einen anderen Kontinent schafft, ist man schon stolz.

Weil du gerade das Thema Lockdown angesprochen hast. Wie hast du diesen Moment, als eine komplette Ausgangssperre und das damit verbundene Stilllegen unseres Lebens plötzlich zu unserem neuen Alltag wurde, privat und beruflich betrachtet empfunden?

Ich kann nicht sagen, dass dieses Jahr und alles rund um Corona für mich persönlich schön oder gut war. Das Jahr hat schlimm begonnen, weil ich meine Großmutter und Schwiegermutter verloren habe – was nichts mit Corona per se zu tun hatte. Aber ich empfinde 2020 als dramatisches Jahr. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, ich reise gerne und eigentlich könnte ich gerade weinen, weil man einfach so wahnsinnig eingeschränkt in seinem Leben ist.
Beim ersten Lockdown war ich noch sehr positiv und überhaupt nicht traurig, dass die Messen ausgefallen sind. Ich habe die Situation als große Chance gesehen, meinen Blickwinkel zu verändern. Aber jetzt, wo wieder alles runtergefahren wird, merke ich, wie nahe mir die Situation tatsächlich geht.
Bis jetzt habe ich mir gedacht, dass es schön ist, zuhause zu sein und Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Wenn ich das Jahr aber jetzt revuepassieren lasse, empfinde ich es als furchtbar! Gefühlt ist alles so kompliziert und unsicher, auch meine Einstellung gegenüber Covid ist so ambivalent. Manchmal habe ich eine riesige Angst davor, dann bin ich wieder total entspannt. Für mich eine sehr schwierige Situation…

Und wenn man den Business-Aspekt betrachtet – wie sieht es da aus? Hast du dich mit deinem Label an die Situation angepasst oder, wie viele deiner Kolleginnen aus der Branche, etwas umgestellt?

Businessmäßig sieht die Sache ganz anders aus. Das Jahr war ehrlich gesagt super! Ich fange aber erst jetzt so richtig an, umzudenken. Derzeit wird unser Onlineshop ganz neu aufgerüstet. Die Umstellung von Offline auf Online ist aber für mich persönlich schon eine Challenge. Vor allem, wenn du merkst, dass dein bisheriges Konzept plötzlich in der Form einfach nicht mehr funktionieren kann.

Abschließend noch eine letzte Frage: Bist du ein Mensch, der sich Pläne für die Zukunft macht oder das Gegenteil davon?

(lacht) Ich selbst habe keinen Businessplan, aber ich habe meine Zahlen im Kopf. Ich bin kein planender Mensch – ich habe nicht mal einen Plan, was ich morgen mache. Mein einziges Ziel, das hat aber schon vor 2020 und Corona existiert, ist mein Online-Shop. Und da sind wir dran.

Um den Ablauf deiner Arbeit besser zu verstehen: ist es so, dass du, von der Recherche über den Entwurf bis hin zum fertigen Stück, alles vorgibst und das dann in der Produktion umgesetzt wird?

Design und Produktentwicklung sind komplett mein Part. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich aber eine Assistentin gesucht, mit der ich immer gemeinsam auf die Messen gefahren bin. Der Rest wird ausgelagert und findet in der Produktion statt. Aber auch meine Kinder waren mit mir auf den Messen und im Büro – sie sind damit aufgewachsen.

Das Thema Kinder ist auch oft in meiner Community omnipräsent im Hinblick auf Karriere und Selbstständigkeit. Im Allgemeinen hat es immer ein bisschen den Beigeschmack, als würden sich Familie und Beruf gegenseitig ausschließen…

Meine Mitarbeiterin, die auch Kinder hat, und ich sprechen oft darüber und sind davon überzeugt, dass man gerade mit Kindern lernt, sehr effizient zu arbeiten. Natürlich habe ich ein durchgetaktetes Leben, weil ich als Mutter logischerweise so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen möchte. Ich habe aber gerade dadurch, dass ich Mutter und selbstständig berufstätig bin, unheimlich viel gelernt. Beispielsweise müssen Entscheidungen schnell getroffen werden, statt zwei Stunden darüber nachzudenken. Die Angst davor, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist meiner Erfahrung nach absolut unbegründet. Im Gegenteil – sie animiert nur dazu, noch besser zu werden.

Zurück zu deinen Taschen. Wie viele Teile umfasst eine Kollektion im Schnitt? Und wie lange dauert es in etwa, eine Kollektion zu entwickeln?

In meinem Fall umfasst eine Kollektion ungefähr 25-30 verschiedene Modelle, die dann noch in unterschiedliche Farbnuancen und Materialien unterteilt werden. (lacht)
Die Dauer einer Kollektion zeitlich in Worte zu fassen, kann ich allerdings nicht. Meine Designs entstehen mehr oder weniger im Alltag, also zum Beispiel beim Autofahren oder beim Spazierengehen. Und sie sind nicht ständig alle neu, sondern manchmal auch einfach nur neu interpretiert.

Wenn du an die letzten 15 Jahre, seit du gegründet hast, zurückdenkst: gibt es da irgendeinen ganz besonderen, speziellen Moment, der dir ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Die Architektin Zaha Hadid hat eine meiner Taschen gekauft, als sie damals noch im MAK in Wien verkauft wurden. Das war schon eine besondere Ehre für mich und ein Moment, den ich nicht vergessen werde.

Gab es auch einen speziellen Store, von dem du dir nie gedacht hättest, dass das Einkaufsteam bei dir anläuten wird, um deine Taschen zu listen?

Das passiert immer mal wieder mal. Jetzt erst im Lockdown hat aber ein mega cooler Laden aus Australien, der zu einem der weltweit führenden Luxus Modehändler zählt, angefragt. Darüber habe ich mich unheimlich gefreut! Australien ist ja doch nicht um die Ecke und wenn es die eigene Arbeit dann auf einen anderen Kontinent schafft, ist man schon stolz.

Weil du gerade das Thema Lockdown angesprochen hast. Wie hast du diesen Moment, als eine komplette Ausgangssperre und das damit verbundene Stilllegen unseres Lebens plötzlich zu unserem neuen Alltag wurde, privat und beruflich betrachtet empfunden?

Ich kann nicht sagen, dass dieses Jahr und alles rund um Corona für mich persönlich schön oder gut war. Das Jahr hat schlimm begonnen, weil ich meine Großmutter und Schwiegermutter verloren habe – was nichts mit Corona per se zu tun hatte. Aber ich empfinde 2020 als dramatisches Jahr. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, ich reise gerne und eigentlich könnte ich gerade weinen, weil man einfach so wahnsinnig eingeschränkt in seinem Leben ist.
Beim ersten Lockdown war ich noch sehr positiv und überhaupt nicht traurig, dass die Messen ausgefallen sind. Ich habe die Situation als große Chance gesehen, meinen Blickwinkel zu verändern. Aber jetzt, wo wieder alles runtergefahren wird, merke ich, wie nahe mir die Situation tatsächlich geht.
Bis jetzt habe ich mir gedacht, dass es schön ist, zuhause zu sein und Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Wenn ich das Jahr aber jetzt revuepassieren lasse, empfinde ich es als furchtbar! Gefühlt ist alles so kompliziert und unsicher, auch meine Einstellung gegenüber Covid ist so ambivalent. Manchmal habe ich eine riesige Angst davor, dann bin ich wieder total entspannt. Für mich eine sehr schwierige Situation…

Und wenn man den Business-Aspekt betrachtet – wie sieht es da aus? Hast du dich mit deinem Label an die Situation angepasst oder, wie viele deiner Kolleginnen aus der Branche, etwas umgestellt?

Businessmäßig sieht die Sache ganz anders aus. Das Jahr war ehrlich gesagt super! Ich fange aber erst jetzt so richtig an, umzudenken. Derzeit wird unser Onlineshop ganz neu aufgerüstet. Die Umstellung von Offline auf Online ist aber für mich persönlich schon eine Challenge. Vor allem, wenn du merkst, dass dein bisheriges Konzept plötzlich in der Form einfach nicht mehr funktionieren kann.

Abschließend noch eine letzte Frage: Bist du ein Mensch, der sich Pläne für die Zukunft macht oder das Gegenteil davon?

(lacht) Ich selbst habe keinen Businessplan, aber ich habe meine Zahlen im Kopf. Ich bin kein planender Mensch – ich habe nicht mal einen Plan, was ich morgen mache. Mein einziges Ziel, das hat aber schon vor 2020 und Corona existiert, ist mein Online-Shop. Und da sind wir dran.

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Karin is the founder and the face of Constantly K. Next to her career as host, she travels the world, visits all fashion weeks and keeps you updated about what´s happening – CONSTANTLY!

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